Inseratebetrug

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Die Schweizerische Kriminalprävention stellt ganz allgemein fest, dass Betrügerinnen und Betrüger immer professioneller, kreativer und zielgruppenorientierter auftreten, um ihre Opfer auszunehmen. Leider trifft das auch auf die Kriminellen im Online-Immobilienmarkt zu.

 

Vor kurzem wurde uns der Fall einer skandinavischen Doktorandin gemeldet, die in der Stadt Zürich eine 1-Zimmer-Wohnung suchte und ein passendes Inserat auf immowelt.ch fand. Die angebliche Besitzerin der Wohnung gab vor, in Grossbritannien zu leben, weshalb sie die Wohnung interessierten Mieterinnen und Mietern nicht zeigen könne. Die Betrüger nutzten den Zeitdruck der Skandinavierin aus, die unbedingt eine Bleibe brauchte, und schrieben ihr per E-Mail, dass sie die Wohnung haben können, jedoch eine Kaution erbringen müsse… Eine altbekannte Betrugsmasche!

 

Für die Schweizerische Kriminalprävention neu ist jedoch folgendes Vorgehen: Die vermeintliche Besitzerin der Wohnung schrieb per E-Mail, die interessierte Wohnungssucherin werde nach der Zahlung von einem Agenten von Airbnb kontaktiert, der ihr die Wohnung zeigen werde. Die Frau zahlte. Sie erhielt vorgängig eine gefälschte E-Mail von Airbnb, in der bestätigt wurde, dass die Wohnungsbesitzerin ein seriöses Mitglied von Airbnb sei und die Kontodaten der angeblichen Besitzerin mitgeteilt wurden (siehe unten). Seither herrscht Funkstille. Das Geld ist weg und an der besagten Adresse gibt es natürlich keine Wohnung zu vermieten.

 

Betrügerinnen und Betrüger im Bereich Immobilien wissen, in welchen Gebieten Wohnungsnot herrscht und welche Bevölkerungsgruppen am meisten davon betroffen sind. Sie gehen darum äusserst zielstrebig vor und schreiben Wohnungen aus, die in attraktiven Quartieren liegen und einen vernünftigen, oft sogar unglaublich günstigen Preis haben. Sie publizieren ihre betrügerischen Angebote auf Plattformen, die von der Zielgruppe (z. B. Studierende) besonders häufig besucht werden und ergänzen sie mit attraktiven Fotos.

 

Die Liste der Immobilienbetrugs-Tricks ist lang. Die Plattform immowelt.ch, auf welcher das betrügerische Inserat auftauchte, verweist auf über 12 aktuelle Betrugsmaschen. Darunter zum Beispiel der Betrug mit kostenpflichtigen Listen weiterer Wohnungen oder die so genannten Rip-Deals, die Immobilienverkäuferinnen und -verkäufer um ihr Geld bringen.

 

Die Schweizerische Kriminalprävention rät:

 

  • Zahlen Sie niemals Geld ein, ohne einen gültigen Mietvertrag in der Hand zu halten und das Objekt besichtigt zu haben!
  • Ignorieren Sie Wohnungsinserate, in welchen der Besitzer im Ausland weilt und Ihnen gegen ein Depot den Schlüssel zur Besichtigung zukommen lassen will!
  • Ignorieren Sie Wohnungsinserate, durch welche Sie erfahren, dass der (ausländische) Besitzer Ihnen die Wohnung ohne vorgängige Besichtigung gegen eine Kaution überlassen möchte!
  • Ignorieren Sie Wohnungsinserate, die zu schön sind, um wahr zu sein!
  • Ignorieren Sie Wohnungsinserate, in welchen Sie aufgefordert werden, eine Kopie Ihrer Ausweisdokumente als Sicherheit zu mailen!

 

Quelle: schweizerische Kriminalprävention

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